Lassen Sie mich noch einen Moment beim Wesen der Dreifaltigkeit bleiben! […]
Gott ist die Liebe. Die Liebe braucht den Partner. Das heißt: In Gott gibt es ein Ich und Du, Vater und Sohn. Liebe ist nicht nur zwischen Ich und Du. Liebe zwischen zwei teilt sich mit, lässt andere daran teilhaben. In Gott ist das der Heilige Geist. In der Familie kann es die Hinwendung der beiden Partner zu Gott sein, zum Kind, zur gemeinsamen Arbeit.
Vom dreifaltigen Gott lernen wir, was Liebe ist, göttliche Liebe.
Und ein zweiter Aspekt:
Dreifaltigkeit bedeutet: Einheit und Vielfalt sind gleich wesentlich. Das bedeutet für uns etwas provozierend formuliert: Der Andere gehört zu meiner Identität.
Ich werde nicht Ich selbst, indem ich mich von ihm absetze, sondern mit ihm in Beziehung trete. Ich darf also die Andersartigkeit des Anderen nicht beseitigen oder mir angleichen. Meine persönliche Reife finde ich nur, wenn ich mich auf den anderen einlasse. Er bleibt immer der Andere, den ich als solchen anerkennen und gelten lassen muss. In menschlichen Beziehungen wachsen wir aneinander. Es ist ein Geben und Nehmen, Schenken und Beschenkt werden.
Wenn wir nicht aneinander wachsen, zerstören wir die Beziehung. Nur wenn ich die Andersartigkeit des Anderen anerkenne, gelangen wir zur Wahrheit – gemeinsam. Wahrheit geschieht im Dialog und nicht im Machtkampf. […]
Im Dialog geht es um Anerkennung der Differenzen, der Vielfalt. Im letzten aber geht es um das Geheimnis der Liebe Gottes zu uns Menschen. Dieses Geheimnis gilt es zu entdecken.
Wir Menschen haben Beziehungen.
Gott ist Beziehung.
Und wo Beziehung ist, da ist Leben, da ist Wandel, da verändert sich etwas.
Ich finde es spannend, an den dreifaltigen Gott zu glauben, der für mich Geheimnis ist und bleibt, bis wir ihn schauen von Angesicht zu Angesicht.
Biblische Quellen für die Dreifaltigkeit
- Mt 28,19: Darum tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Hl. Geistes
- Mt 11,27: Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden, niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn …
- Joh 5,18: Darum waren die Juden noch mehr darauf aus, ihn zu töten, weil er … auch Gott seinen Vater nannte und sich damit Gott gleichstellte.
- Joh 10,30: Ich und der Vater sind eins.
- Joh 11,38: Dann werdet ihr erkennen … dass in mir der Vater ist und ich im Vater bin.
- Joh 14, 6: Niemand kommt zum Vater außer durch mich.
- Joh 14,26: Der Beistand aber, der Hl. Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird …
- 2 Kor 13,13: Die Gnade Jesu Christi, des Herrn, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!