Das Pastoralteam sitzt zusammen und berät, wie wir in diesem Jahr Fronleichnam feiern wollen bzw. können. Für Letmathe ist die Entscheidung einfach, dort findet die Festmesse in St. Kilian und die Prozession wie gewohnt statt.
Auf Iserlohner Stadtgebiet gestaltet sich die Gestaltung des Festtages etwas schwieriger.
Dabei kommen Erinnerungen auf an Prozessionen durch die ganze Stadt mit festlich geschmückten Altären, Blumenteppichen und Hunderten von Mitfeiernden im allerfeinsten Sonntagsstaat. An Freiluftmessen auf dem Schillerplatz, bei denen wir entweder einen Sonnenbrand davontrugen oder vor dem Gewitter fliehen mussten.
Diese Zeiten sind lange vorbei. Kontinuierlich ist die äußere Feier dieses Festes in den letzten Jahren weniger geworden: Seit dem letzten Jahr feiern wir im Pastoralen Raum eine Festmesse in St. Aloysius und eine in St. Kilian für alle katholischen Gemeinden im Pastoralen Raum Iserlohn.
Und die Prozession ist im letzten Jahr wegen der nicht zu erfüllenden, aber geforderten Sicherheitsmaßnahmen zumindest im Iserlohner Innenstadtgebiet nur noch rund um die Kirche gezogen.
Wie es in diesem Jahr sein wird?
Wegen der für uns nicht zu erfüllenden Auflagen des Ordnungsamtes wird auch in diesem Jahr „nur“ die Prozession um die Kirche St. Aloysius geben.
Was wollen wir an diesem Fest feiern, und wie können wir unsere Freude über die Gegenwart Christi im Sakrament in die Welt tragen, auch wenn wir uns nicht mehr wie früher auf den Weg durch die ganze Stadt machen?
Müssten wir nicht ein Zeichen setzen, dass wir noch da sind? Welchen Aufwand können wir aber stemmen? Die Meinungen gehen auseinander, auch unter denen, die aktiv dabei sind.
Was aber bleibt und wesentlich ist, ist doch:
Jesus Christus ist bei uns, ist mit uns auf den krummen und geraden Wegen unseres Lebens, er schenkt sich uns in Wort und Sakrament.
Er kommt nicht einfach nur mal so vorbei, sondern macht sich auf den Weg direkt in unser Herz. Sicherlich mag es wie ein Rückzug aus der öffentlichen Wahrnehmung aussehen, aber solange wir uns nicht von dem zurückziehen, was wir glauben, dass Jesus Christus Nahrung und Orientierung für unser Leben ist, ist doch nichts verloren. Im täglichen Leben wird sich die Strahlkraft dieses Glaubens und dieses Festtages in die Gesellschaft hinein bewähren müssen, in der Gemeinschaft, in der Sorge um Frieden und Demokratie, in der Nähe zu den Menschen, in der Hoffnung auf Heil und Leben.
Ich wünsche Ihnen, so wie Sie ihn begehen, einen schönen Festtag!
Susanne Knufmann, Gemeindereferentin Pastoraler Raum Iserlohn