Am 6. Januar feiern die Kirchen das Hochfest der Erscheinung des Herrn: „Epiphania“. Es ist bekannt als „Heilige Drei Könige“.
Das Matthäus-Evangelium berichtet je nach Übersetzung von Weisen, Magiern oder Astrologen aus dem Osten, die – einer Sternenkonstellation folgend – über Jerusalem nach Bethlehem kamen, um den neugeborenen König Jesus zu suchen. Es ist der ursprüngliche Termin für Weihnachten, den wir heute in orthodoxen Kirchen begegnen.
Die Herkunft „aus dem Osten“, womöglich aus Persien, soll andeuten, dass Gott durch seine Menschwerdung auch für die „Heiden“ gekommen ist – also für alle, auch für die, die nicht an ihn glauben.
Wohl wegen ihrer kostbaren Geschenke – Gold, Weihrauch und Myrrhe – machte der Volksglauben aus den Sterndeutern Könige verschiedener Erdteile und legte ihre Zahl in Anlehnung an die Zahl der Geschenke auf drei fest.
Seit dem sechsten Jahrhundert werden ihre Namen mit Caspar, Melchior und Balthasar angegeben. In der Kunst wird zumeist Caspar als Myrrhe schenkender Afrikaner, Melchior als Goldschätze überreichender Europäer und Balthasar als asiatischer König gezeigt, der Weihrauch zur Krippe bringt.
Die Sternsinger schreiben oder kleben auf Haustüren den mit der jeweiligen Jahreszahl verbundenen Segenswunsch „C + M + B“. Die Abkürzung steht für „Christus mansionem benedicat“ (Christus segne dieses Haus). Die Buchstaben werden auch oft als Initialen der Könige Caspar, Melchior und Balthasar gelesen, allerdings ist die Segensbitte die eigentliche Bedeutung.
Einer Legende zufolge wurden die Gebeine der „Heiligen Drei Könige“ zunächst in Konstantinopel aufbewahrt. Später sollen sie nach Mailand gelangt sein. Der Kölner Erzbischof und Reichskanzler von Kaiser Barbarossa, Rainald von Dassel, überführte die Gebeine 1164 als Kriegsbeute nach Köln. Der Dreikönigsschrein im Kölner Dom – von Nikolaus von Verdun Anfang des 13. Jahrhunderts geschaffen – gehört zu den wichtigsten Goldschmiedearbeiten des Mittelalters.